Tag 50

Abschiedsgefühle

Tag 50, Dienstag 22. April

„Es wird auch endlich mal Zeit, dass wir wieder nach Hause reisen!“ Egal wie oft wir den Satz wiederholen, wir können uns gegenseitig nicht so recht davon überzeugen…
Ein letzter Tag liegt noch vor uns und wir freuen uns darauf, genau wie auf alle andere Reisetage zuvor.

Haight-Ashbury

In diesem Viertel entwickelte sich in den 1960er Jahren eine Gegenkultur zur Gesellschaft. Ich bin froh endlich noch Reste von Hippieflair zu spüren. Schriller und anders halt…

Im „Coffee to the People“ gibt es wenig Müll und noch Flower-Power-Energie, gemischt mit aktuellen Gedanken.

Aber auch das ist Haight Street: Engelstrompeten, viktorianische Häuser und die „Dangling Legs“ (Werbung der Piedmont Boutique).

Golden Gate Bridge 

Länge: 2737 m – Breite: 27 m – Höhe: 227 m – Fahrzeuge pro Tag: 120 000 – Bau: 1933 bis 1937

Unser Weg über die Goldenen Gate Bridge ist eine Herausforderung für die Sinne: stürmisch, laut, kalt und wunderschön abzusehen.

Von oben in die Weite…

Halbmast

Gestern starb der Papst und der Präsident hat Trauerbeflaggung angeordnet. Zwei Männer, die nicht unterschiedlicher sein könnten!

Pier 39

Seit 1990 hat sich eine Kolonie Seelöwen am Pier 39 angesiedelt. Hier drohen kaum natürliche Feinde und sie finden üppige Fischgründe vor.

Das war vermutlich die letzte Attraktion unseres Hacero-Trips. Es folgt noch das übliche Abendprogramm, Essen und Öffis, ein letztes Mal. Ein wenig traurig stimmt uns das schon…

Last nighty night – but not the end of the blog…

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San Francisco

Vorletzter Tag

49. Tag, Montag 21. April 

Schade, Konrad kennt sich jetzt bis ins Kleinste mit dem Verkehr aus, und wir sind nur noch mit der Nahverkehrs-Clipper-Card und der Muni-App unterwegs, kein Autofahren mehr…

Nice to know: Autofahren in den USA

Nachdem insbesondere die Lastwagen breiter und vor allem länger ausfallen als bei uns, sind die Straßen recht großzügig angelegt, sodass man auch mit einem nicht gar so kleinen WoMo im Allgemeinen recht entspannt fahren kann. Seltsamerweise unterscheiden sich die Verkehrsregeln teilweise in den einzelnen Bundesstaaten etwa bei Höchstgeschwindigkeit, Helmpflicht, Promillegrenze …
Mautgebühren gibt es vor allem in den Staaten im Osten und in Kalifornien, sowie im Bereich großer Städte. Sie lassen sich aber – mit der geeigneter Navieinstellung – normalerweise gut umfahren.

Geschwindigkeitsbeschränkungen hält man besser ein, da die Strafen relativ hoch sind, die Cops sich gut verstecken können und dann unvermittelt mit ihrem Geblinke und Gejaule im Rückspiegel auftauchen. Wenn man gar zu schnell ist, nehmen sie zur Verfolgung offensichtlich auch mal den Flieger.

Ampeln hängen entweder in der Mitte über der Kreuzung oder sind dahinter aufgestellt. Das führt dazu, dass man beim Abbiegen fast grundsätzlich über eine rote Ampel fährt, die aber für den Querverkenr gültig ist. Rechts abbiegen darf man auch bei Rot, wenn es nicht ausdrücklich verboten ist.

Überholen darf man normalerweise sogar rechts, wobei sich langsam auch das Rechtsfahrgebot durchsetzt, zumindest bei einer geringeren Anzahl von Fahrspuren. Bei 6 oder gar 8 Spuren in eine Fahrtrichtung ist ein Rechtsfahrgebot eben wenig sinnvoll, da es mit ständigen Spurwechseln verbunden wäre, besonders weil es auch links viele Ausfahrten und Einmündungen gibt.

Witzig: All Way Stops
Da es in den USA kein “rechts vor links” gibt, gilt an Kreuzungen von gleichberechtigten Straßen ein First Come first Drive! Man muss grundsätzlich anhalten und das Fahrzeug, das früher da war, darf zuerst fahren. Klingt nicht wirklich praktikabel, funktioniert aber recht gut. Liegt vielleicht auch ein wenig daran, dass der Respekt vor dem Anwalt eines potenziellen Unfallgegners zur Zurückhaltung mahnt. Besonders erfolgreiche Verkehrsunfall-Anwälte schmücken sich auf den riesigen Werbetafeln sogar mit dem Prädikat “The Tank”, aber das ist ein anderes Thema.

Kreuzt man eine bevorrechtigte Strasse, ist an dem normalen Stopp-Schild oft der Hinweis zu sehen, dass der kreuzende Verkehr nicht anhalten wird. Sicher ist sicher.

Eine Helmpflicht für Motorradfahrer besteht normalerweise – oder auch seltsamerweise – nur für Fahrer bis zum Alter von 25 Jahren. Wer älter ist, darf auch ohne fahren. Manche Staaten verzichten aber auch ganz darauf.

Farbenlehre bei Randsteinen:
* ROT: absolutes Halteverbot
* GELB/SCHWARZ: Lkw-Ladezone
* GELB: Be- und Entladen für max 20 Minuten
* WEISS: Parken von 5 Minuten
* GRÜN: Kurzzeitparken für eine auf dem Bordstein angegebene Dauer
* BLAU: Parkplatz für Behinderte
* COMPACT: Nur für Fahrzeuge, die in die vorgegebenen Markierungslinien passen.

Seltsame Verkehrszeichen:

Bahnübergang

Feuerwehrausfahrt

Im Baustellenbereich gelten doppelte Strafgebühren, aber nur wenn Arbeiter da sind.

“Umkippwarnumg” mit Höchstgeschwindigkeit

Noch was: Tanken
Einfach an die Säule fahren und den Tank füllen geht nicht. Entweder braucht man eine Kreditkarte oder läuft vorher an die Kasse und lässt sich einen bestimmten Betrag für die ausgewählte Säule freischalten, den man sofort in bar oder mit Karte bezahlt. Barzahlung ist oft etwas billiger! Die Zapfstelle schaltet dann automatisch bei Erreichen des authorisierten Betrags ab. Hat nicht alles in den Tank gepasst, wird der Rest wieder gutgeschrieben oder im Falle der Barzahlung zurückerstattet.

Doch Autofahren ist ja vorbei. Aber eigentlich nicht schlimm!  Hier in der Stadt können wir unser Touristenprogramm sowieso ohne fahrbaren Untersatz besser und umweltfreundlicher gestalten – auch wenn es nicht ganz einfach war, das Muni-, BART, CalTrain und das Clipper-Card System zu kapieren. Sogar von den hilfsbereiten Angestellten in einem Café kamen da höchst unterschiedliche und widersprüchliche Aussagen und die erste noch einfache Frage führte zu längeren internen Diskussionen.

Chinatown

Die älteste Chinatown in Nordamerika und eine der größten chinesischen Enklaven außerhalb von Asien: Wir gewinnen nur einen schnellen Eindruck von diesem besonderen Wohnviertel.

Fassaden

Die vielen pittoresken Fassaden erinnern gelegentlich an England.

Walter S. Johnson Park

Crissy Field

Konrad tritt in Kontakt mit dem Pazifik.

Die vielleicht schönste oder auch nur eine der berühmtesten Brücken der Welt zeigt sich auch heute recht zurückhaltend. Die „Bewohner“ von Alcatraz haben einen Premium-Blick darauf.

Marina

Ausklang 

Wir essen bereits zur Happy Hour zu Abend. Es gibt jeweils drei hervorragende kleine Slider im Tipsy Pig. Welch ein Genuss!

Es zieht uns langsam zum Motel in St. Bruno beim Flughafen. Cable Car, Muni-Metro und CalTrain bringen uns bequem dorthin. Vorletzter Abend! ?

Nighty night…

 

 

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Going to San Francisco

Last Car Journey

48. Tag, Ostersonntag 20. April

Bye bye Monterey 

Ostern

In den USA scheint Ostern – außerhalb der Kirchen – kein großes (Deko-)Thema zu sein. Wie gut, dass ich auf dem Weg in den Yosemite Nationalpark schon dieses aufgeblasene Arrangement am Wegesrand fotografiert hatte.

Power Plant

Neben dem Kraftwerk (Power Plant) an der Straße liegt eine Gärtnerei, in der eine kraftvolle Pflanze (Power Plant) neben der anderen steht.

Noch mehr als die schönen Pflanzen gefällt uns die Möglichkeit, dort unser Osterfrühstück einnehmen zu können: Kaffee mit Bear Claw – Bärenklaue.

Silicon Valley 

Wir machen einen Abstecher nach Palo Alto in die Addison Avenue. William Hewlett und David Packard begannen in dieser Garage 1938 ihr erstes Produkt zu entwickeln, einen Tongenerator (HP 200B) für die Walt Disney Studios. Den Anstoß gab der damalige Stanford Dekan der Ingenieurwissenschaften Frederik Terman, als er an seine Studenten appellierte, in Kalifornien zu bleiben und hier ihre eigene Firma zu gründen. Damit kann diese Garage zusammen mit der Stanford University als die Wiege des Silicon Valley betrachtet werden. HP hat bis heute ihren Hauptsitz in Nähe dieser Garage.

Bye bye Kia

Auch San Francisco empfängt uns mit Stau. Es ist schön, im Fahrzeug schon die ersten Eindrücke sammeln zu können. Aber wir sind nicht tiefenentspannt. Um drei muss das Auto abgeben sein.

Als Reisende aus dem Schwabenland verschenken wir nichts. ? Der Tank ist so gut wie leer und die Schlüsselabgabe findet keine Minute zu früh statt.

Transportmittel: superalt und supermodern

Cable Cars: Sie fuhren erstmals 1873 und verkehren immer noch auf drei verschiedenen Strecken. Dieses weltweit einzigartige Transportmittel gilt als eine der wichtigsten Touristenattraktionen der Stadt. An den Endhaltestellen werden die Wagen auf einer Drehscheibe von Angestellten in die entgegengesetzte Richtung gedreht.

Waymos: Das sind Fahrzeuge, die ein wenig an Polizeiautos erinnern, nur dass der Aufsatz auf dem Dach von einem schwarzen „Blaulicht“ gekrönt wird. Ich erschrecke, als ich genau hinschaue, denn das Auto fährt und niemand sitzt drin. Konrad erklärt mir, dass es sich hier um ein selbstfahrendes Taxi handelt, das „Blaulicht“ ein Laserscanner ist und die Entwicklung von Google stammt. Wenig später sehe ich wieder ein Waymo, in dem nur der Beifahrersitz besetzt ist und wieder niemand hinter dem Lenkrad sitzt. Echt spooky!

Fisherman’s Warft

Auch hier gibt es einen Touristen-Werft. Allerdings nicht nur für Touristen, denn der Geruch lässt an manchen Stellen erahnen, dass auch noch Profis am Werk sind. Wir sind mit der Cable Car hier hergefahren.

Das Wahrzeichen der Stadt hält sich dezent im Hintergrund und wird teilweise vom Nebel verschluckt.

Einfach schön!

Wir steigen auf den Berg, schauen in die Weite, kehren zweimal ein, bewundern die Straßenbahn, fahren nochmals Cable Car, dann BART (Bay Area Rapid Transport) und, und, und…

Doch auch dieser lange Tag geht zu Ende. Es bleiben uns die wunderschönen Erinnerungen.

Nighty night…

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Along the Pacific Ocean

Bekannte Straßen

47. Tag, Samstag 19. April 

Cannery Row

„Die Straße der Ölsardinen“ heißt sie in der deutschen Übersetzung. Sie lebt heute wieder: bunt und fröhlich – wegen der Touristen. Damals war die Cannery Row trostlos und stinkend – wegen der Konservenfabriken. Trotzdem faszinierend…

Ohne John Steinbeck wäre die Straße heute nicht, was sie ist, auch wenn sie ihm bestimmt nicht gefallen würde. Die Menschen, die im Buch beschrieben werden, wollten bestimmt nicht mehr dort leben.

So, jetzt ist genug mit Literatur, Ölsardinen und Wiederbelebung. Jetzt kommt der Pazifik dran.

California Highway 1

Wir fahren ein kleines Stück auf dem über tausend Kilometer langen Nord-Süd State Highway, der größtenteils an der Küste entlang verläuft und bekannt ist für seine phantastischen Ausblicke.

Vellela Velella oder By-the wind-sailor, massenweise angeschwemmt.

Am späten Nachmittag traut sich die Sonne heraus. Wir finden ein abgelegenes Plätzchen am Strand.

Und wieder geht ein einzigartiger Tag langsam zu Ende.

Nighty night…

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Nach Monterey

From the Atlantic to the Pacific Ocean:
ARRIVAL

46. Tag, Karfreitag 18. April

Countryside Idyll

Die letzte Langstrecke führt uns zunächst wieder zwischen sanften grünen Hügeln hindurch, vorbei an riesigen Farmen mit friedlich weidenden Rindern. Perfektes Motiv für Countrymusik! Wie schön, dass wir uns Zeit lassen können. Bereits nach 60 Kilometer ist der erste Halt an der Merced Fruit Barn. Bestimmt gibt es auch Kaffee!

Groß und Klein erfreuen sich hier: kleine Kinder wegen der vielen Tiere und wir wegen Kaffee mit Countrymusik.

Das Geheimnis der Pädagogik in elf Worten:

Noch eine gute Idee:

Schlussetappe 

Wir durchqueren das San Joaquim Valley und staunen erneut über die bewässerte Fruchtbarkeit. Dann kommen wieder Berge: die Diabolo Range. Der Pacheco Pass Highway führt uns hindurch.

Oops… Der hat wohl das Schild zu spät gesehen.

„Bell Station“: Konrad kauft endlich ein paar Orangen und „Honey Roasted“ Mandeln. Dieser „Laden“ hat eine lange Geschichte hinter sich, beginnend im Jahr 1857, kurz nachdem die erste Pacheco-Passstraße gebaut war. „Station“ heißt er, weil hier einst ein „Bahnhof“ für Postkutschen war.

Konrad füttert einen „California Scrub Jay“ mit Orange, aber der ist mehr an den noch verpackten Mandeln interessiert.

Seit dem Pass tragen unserer Straßen Namen: South Valley Freeway, El Camino Real und Cabrillo Highway. Und dann sehen wir den Pazifik, juhuuuu…

Ein kleiner Streifen zwar nur, aber immerhin. Es ist nun nicht mehr weit bis zum Meer in Monterey. Dünen ziehen sich bis zum Highway.

Monterey

Ich kenne Monterey von John Steinbeck, einem meiner Lieblingsschriftsteller zu Studienzeiten. Wie gut, dass ich zu Beginn meines Rentnerinnendaseins nochmals fünf seiner Bücher gelesen habe. In den meisten Geschichten kommt Monterey vor, der Ort, in dem der Autor auch gewohnt hat. Aus „Cannery Row“ beispielsweise ist mir deshalb bekannt, dass hier viele Ölsardinenfabriken betrieben wurden. Spätere Recherche ergibt, dass dies ab Ende des 19. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts so war, bis es dann wegen Überfischung keine Sardinen mehr gab.
Heute ist die Stadt wie ausgewandelt: aus den Fabriken wurden beispielsweise Restaurants oder Trödelläden für Touristen. Darüberhinaus locken Museen und ein einzigartiges Aquarium Reisende an. Im Meer tummeln sich zahlreiche verschiedene Meereslebewesen, wie Wale oder Seelöwen.
Ich freue mich, dass wir zweimal hier übernachten. Heute geht es noch ans Meer: eine halbe Stunde lang zu Fuß von unserem Motel aus zur Fisherman‘s Wharf.
Downtown gibt es wieder ansprechende Fassaden.

Die „Werft“ für Touristen!

Wie Jahrmarktsbuden…

Heute gibt es Fisch zum Abendessen. Dann schlendern wir zurück zum Motel.

Wie schön, endlich die Küste erreicht zu haben. From Coast to Coast! Ein wenig schleicht sich nun auch Abschiedsschmerz ein. Die fünfte Etappe ist nun zu Ende, es bleibt nur noch der Ausklang…

Nighty night…

 

 

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Yosemite National Park today!


Hinter dem Nebel…

46. Tag, Donnerstag 17. April

 Tote Bäume

Von Groveland geht es heute wieder in Richtung Yosemite National Park. Zunächst führt uns die CA120 ein Stück durch den Stanislaus National Park.

„Ist das Baumsterben hier schon so weit fortgeschritten, dass ganze Wälder abgestorben sind?“

Meilen um Meilen geht es so weiter. Dann wird uns auf einmal klar: Das ist nicht die Folge von Waldsterben, sondern von Waldbrand. Einige wenige Bäume haben den Brand überstanden, andere sind nur noch trockene, teilweise schwarze Gerippe. Eine kurze Recherche zeigt, dass es vor knapp drei Jahren zum letzten Mal furchtbar gebrannt hat. Feuer ist hier nicht wirklich ungewöhnlich.
Heute droht keine Waldbrandgefahr, im Gegenteil. Es nieselt wieder. „Ist das Wetter nicht noch schlechter als gestern?“ „Der Ausflug ist sinnlos, wir können nichts sehen. Wie sollten wieder umdrehen!“ Der America the Beautiful Pass ermöglicht freien Eintritt. Viele andere fahren heute mit uns in den National Park, komisch!

Mystisch

Ohne Überzeugung geht es weiter. Die ersten Wasserfälle wirken recht mystisch bei dem Wetter, auch schön.

Überraschung

Wir können sehen…

…und sind überwältigt! „Schon alleine diese Eindrücke haben sich gelohnt!“

Und das Wetter wird immer besser.

Diese Wasserfälle!!!

Entlang des Tenaya Creeks

Kostenloser Shuttle Service statt Autofahren! Wir lassen uns zu unserem Trail bringen.

Merced River

Was für großartige Eindrücke waren das im Yosemite National Park! Wie gut, dass wir nicht umgekehrt sind. Der Merced River liegt noch eine Weile an unserem Weg zum Motel in Mariposa. Eine Rafting-Gruppe ist dort auch unterwegs.

Das Grün ist wieder herzerfrischend.

Mariposa

Auch dieser Ort besitzt noch ein wenig Goldgräber-Charme. Wir übernachten in der Mariposa Lodge.

Nighty night …

 

 

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Yosemite National Park today?

It never rains in California…

45. Tag, Mittwoch 16. April 

Yosemite Nationalpark

Der wahrscheinlich letzte Nationalpark steht an. Wir freuen uns auf Wasserfälle oder alte Sequoia-Bäume, alles inmitten von weiter Wildnis.

Sierra National Forest

Die Strecke führte erst einmal durch waldiges Gebiet. „Wenns Wetter schön wär, wär’s hier richtig schön!“ meint Konrad.

Wir merken erst heute, wie sehr uns das Wetter in letzter Zeit verwöhnt hat. Gestern war der Tag durchgehend sonnig, bei Höchsttemperaturen von 32°C. Heute ist es nicht einmal halb so warm. Ich friere in meinem Sommerkleid und ziehe mich beim Starbucks in Oakhurst um. Nach dem Kaffeetrinken fängt es an zu regnen. Wir trauen unseren Augen kaum. Es regnet ja doch in Kalifornien! ?

„Wo ist unser Hotel? Was wäre, wenn wir dorthin fahren würden und den Yosemite Nationalpark auf morgen verschieben könnten?“ „Morgen soll das Wetter auch nicht besser werden!“ „Dann bringt Umkehren nichts!“

Kein Nationalpark heute

„Umkehren, hier können wir überhaupt nichts sehen!“ beschließt Konrad. Ich hätte ihm gerne widersprochen, aber mir fallen beim besten Willen keine Argumente ein.
Mal schauen, was sich am Straßenrand so alles bietet.
Dieses Bergbaumuseum hat leider seine Pforten für immer geschlossen. Dann halt wieder zurück auf die CO49.

Am Wegesrand 

Sunshine again

„Ist das nicht die Sonne?“ „Stimmt!“

Überwältigende Aussicht

Ganz abseits der Touristenstrecken… Welch eine Entschädigung für den Verzicht auf den Nationalpark!

Wow, das ist unsere Straße!

Merced River

Wir schlängeln uns die Serpentinen runter ins Tal.

Chinese Camp

Die Häuser sind ein kleines Überbleibsel aus den Zeiten des Goldrausches. Zwischen 1849 und 1882 lebten hier Tausende von Chinesen, die in den Minen arbeiten.

 Die Zeit steht still…

In der Gegend gibt es viele andere Überbleibsel aus dieser Zeit: beispielsweise das ehemalige Hotel Inn in Mariposa oder das Hotel Jeffery in Coulterville.

Die ganze Main Street von Jamestown sieht aus als sei sie von der Zeit vergessen worden.

Wir übernachten in Groveland im Groveland Hotel.

Auch die hiesige Main Street scheint in der Vergangenheit zu schlummern. Diese nostalgisch aussehenden Orte stimmen uns ein wenig traurig, denn sie sind durch hohen Leerstand gekennzeichnet. All die hübschen Fassaden, ob es sie wohl noch lange gibt? Wir fürchten, dass die Antwort auf diese Frage „nein“ lautet.

Es ist schön hier sein zu dürfen. Der Tag klingt angenehm bei mexikanischem Essen aus. Wir waren zwar nicht im Yosemite Nationalpark, haben aber trotzdem sooooo viel gesehen!

Nighty night…

 

 

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From Ridgecrest to Selma


California Dreaming

44. Tag, Dienstag 15. April

Am Rande der Mojave Wüste entlang

Überall Joshua Trees…

„Was ist denn das für ein See?“ Als wir näher kommen stellt sich raus, dass wir kein Wasser, sondern riesige Felder mit Solaranlagen vor uns haben. Später gesellt sich noch die Windkraft dazu. Alternative Energie in Kalifornien – auch in Texas haben wir viele Windkraftanlagen gesehen. Vielleicht gar nicht so sehr der Umwelt zuliebe, sondern weil es rentabel ist.

 Grün

Hinter den Golden Hills wird es auf einmal grün. Die Berge halten den Regen, der mit den Wolken vom Pazifik kommt, nicht mehr ab. In der Landwirtschaft geht dennoch nichts ohne Bewässerung. Unsere Augen scheinen an Chlorophyll-Mangel zu leiden, denn wir können uns nicht an der Farbe dieser Landschaft sattsehen.

Durch‘s Central Valley 

In Bakersfield erreichen wir das Central Valley, ein 600 Kilometer langer, fruchtbare Streifen, der auch als  „Fruchtgarten Amerikas“ bezeichnet wird. Der südliche Teil – das San Joaquín Valley – zählt wegen des fruchtbaren Bodens zu den produktivsten Agrarregionen der Welt. In Kalifornien werden mehr als die Hälfte der Nüsse, des Gemüses und des Obstes der Vereinigten Staaten angebaut.

Meilenweite Monokulturen, die auf künstliche Bewässerung angewiesen sind… Irgendwie nicht ganz so traumhaft?

Konrad träumt von frisch gepresstem Orangensaft. Johnson’s Farm befasst sich leider nur mit Großbestellungen. Stattdessen gibt’s orange Oldtimer-Fotos.

Die Firma Kirschenman verarbeitet Kartoffeln im großen Stil.

Statt Orangen gibt‘s dann halt Strawberries, auch gut! ???

Hotel California? Nein, dies ist das Green Hotel von 1913 in Shafter, welches heute ein Museum beherbergt.

Unser Ziel ist das Super 8 Motel in Selma. Wir erreichen es um fünf Uhr.

Es folgen die bekannten Rituale: ankommen, Essen gehen, ausruhen. Die 336 Kilometer heute waren genug. Wir gut, dass wir unser ursprüngliches Ziel Sequoia-Nationalpark nicht mit aller Gewalt durchgesetzt haben. Die Vernunft hat gesiegt und das Grün überzeugt.

Nighty night…

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Death Valley

California, the Golden State

43. Tag, Montag 14. April

Bye bye Nevada

Nach ungefähr zwanzig Minuten Fahrt entlang der Berge, überqueren wir die völlig unspektakuläre kalifornische Grenze.

Death Valley National Park

Wir brauchen nichts zu zahlen mit unserem „America the Beautiful Pass“. Die Straße verläuft entlang des Furnace Creek Wash, zwischen den Funeral Mountains im Norden und den Black Mountains im Süden. Die Gegend ist meistens trocken, kann aber leicht überfluten, mit möglicherweise katastrophalen Folgen. Heute brauchen wir davor keine Angst zu haben.

Dante’s View

Sollen wir wirklich den Berg hoch- und dann wieder zurückfahren? Am „Dante‘s View“ ist es klar: Der Umweg hat sich gelohnt. Auf der Aussichtsterrasse schauen wir staunend auf das Death Valley runter und sehen das trockene, salzige Flussbett des Amargosa Rivers. Dieser fließt insgesamt ca. 250 Kilometer lang unterirdisch.

Zabriskie Point 

Wir blicken auf eine bizarre Erosions-Landschaft, die am ehemaligen Furnace Creek Lake entstand, der vor fünf Millionen Jahren ausgetrocknet ist. In den Gesteinsschichten über dem ehemaligen See befinden sich reiche Vorkommen von Mineralien, unter anderem auch Borax, das z.B. in der Glas- und Keramikherstellung verwendet wurde. Ab 1882 entstanden deshalb in der Gegend viele Minen.
„From Wasteland to Wonderland“. Um 1920 ging der Bergbau zurück und die Pacific Coast Borax Company suchte nach anderen Möglichkeiten für das Death Valley. Sie begann sich beispielsweise um die Erhaltung der einzigartigen Natur zu kümmern. So wurde das Tal 1933 zum nationalen Monument und gilt ab 1994 als Nationalpark.

Borax Abbau 

Borax war einst das weiße Gold des Death Valley. Die „Harmony Borax Works“ gehörte zu den ersten Unternehmen, die das Mineral abbauten. Es war von 1883 bis 1888 tätig. Heute sind noch Reste erhalten.

Über ein Jahrzehnt lang war das „Twenty Mule Team“ Symbol für den Borax Abbau. Dieser über 30 Meter lange Maultier-Zug transportierte bis zu 33 Tonnen Ladung und 4,5 cbm Trinkwasser.

Oase

Auf Meereshöhe angekommen, taucht plötzlich wie aus dem Nichts eine Oase auf: „The Inn at Death Valley“. Ein 4 Sterne Hotel, das 1927 gebaut wurde – welche Abwechslung!

Devil‘s Cornfield

Feiner, heller Sand ist nun besonderes Merkmal der Landschaft.

Mesquite Flat Sand Dunes

Nach Ridgecrest

Der restliche Weg wird auch nicht langweilig, es gibt ständig etwas zu schauen. Mir fallen trotzdem wegen Hitze (33°C) und Müdigkeit immer wieder die Augen zu.

Hungrig und müde kommen wir am Motel in Ridgecrest an. Dann noch schnell essen gehen, Kleinigkeiten einkaufen und den Tag glücklich mit den vielen Wüsten-Eindrücken ausklingen lassen…

Nighty night…

 

 

 

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Noch ein klein wenig Nevada

(Fast) kein Hotel ohne Casino

42. Tag, Sonntag 13. April

Silverton Hotel 

Check Out um 10 Uhr am Morgen – Mietwagen-Übernahme um 3 Uhr am Nachmittag. Was dazwischen tun? Konrad hat eine Idee: Stachelrochen im Silverton anschauen. Die freundliche Deborah fährt uns im Uber dorthin, ein paar Kilometer nur, auf die andere Seite des Flughafens.

Die wunderbaren Fische leben in Gesellschaft mit anderen prachtvollen Gesellen. Das entsprechend große Aquarium gehört… mal wieder zu einem Casino. Bunte Automaten spiegeln sich in den Schreiben.

Wanderung

Fünf Kilometer bis zur Autovermietung ab Flughafen laufen? Kein Problem! Aber die Hitze? Heute ist es doch ein wenig kühler, nur 30°C! Was soll‘s, das schaffen wir…

An diesem Eyecatcher erinnern wir uns, dass Einhorn-Tränen das Gemüt aufhellen. Vielleicht sollten sie in den Casinos verteilt werden, denn die spielenden Leute sehen teilweise recht unglücklich und einsam aus.

Konrad freut sich über die schönen Flugzeuge über unseren Köpfen.

Eine Pause mit Mittagessen hilft die Hitzewanderung gut zu überstehen.
Es ist zwanzig nach drei, als wir unser Ziel erreichen.


Bald sind wir wieder mobil… Nach einer Stunde Schlangestehen (das Auto wurde vor ungefähr einem halben Jahr gebucht!), hat Konrad endlich die Schlüssel in der Hand. Die Firma Theifty/dollar. zeichnet sich unserer Meinung nach nicht durch besonderes Organisationstalent aus. Aber egal. Jetzt geht es los, Konrad ist begeistert: ein leises Fahrzeug mit kleinem Wendekreis, guter Sicht und keine schwammige Lenkung. Außerdem hat er ein perfektes Spurhaltesystem und kann fast ganz alleine fahren. Das heißt natürlich nicht, dass er nicht gerne an die RV-Zeit zurück denkt.

Rückblick – Sunseeker

Unser Sunseeker „off the fleet“: Bei der Überführung wurden die Fahrzeuge zugeteilt; die Flotte am 20. März bestand aus überwiegend größeren Typen.

Hier ein paar Daten zu dem Forest River Sunseeker:

  • 31,5 ft Länge 9,60m
  • 12 ft Höhe 3,60m
  • 1 Slide Out
  • 44 gal Frischwasser 166 ltr
  • 39 gal Greywater 144 ltr
  • 39 gal Blackwater 144 ltr
  • 7 Sitz-/Schlafplätze
  • Ford E450 Basis
  • 7,3 l V8 Motor 350 PS
  • 6 Gang Automatik
  • 11 742 lbs Leergewicht 5 326 kg

Grundriss und Innenansicht:

Full Hockup und “Pull Through” Plätze

Zu einem Full Hook-up auf dem Campingplatz gehört mindestens ein Wasseranschluss, Strom und ein Abwasseranschluss. Strom gibt es mit max. 30 Amp und max 50 Amp, die unterschiedliche Stecker haben. Am WoMo gibt es neben dem Wasser für den Tank noch einen Druckwasseranschluss (City-Water), so dass man den Tank nicht zu füllen braucht. Optional ist der Fernsehantennenanschluss und W-LAN.

In das Abwasser läuft sowohl das Grau- wie auch der Schwarzwassertank. Besonders begeistert haben die Stützen für den Abwasserschlauch, um ein stetiges Gefälle zu garantieren – wir hatten das (leider?) nicht!


“Back In” Plätze erfordern das “rückwärts Einparken” und sind etwas günstiger als die “Pull Through” Plätze mit Ein- und Ausfahrt. Wenn man sich so manche Gespanne anschaut, wird durchaus verständlich, dass der Aufpreis gut angelegtes Geld ist.


Je nach Betreiber und Ausstattung – z.B. Pool – können die Gebühren relativ hoch sein. Für KOA Stellplätze, die wir gemieden haben, können das dann auch mal über 150$ pro Nacht sein. Unser billigster Platz kostete 12$ und im Schnitt waren es so um die 40$.

Pahrump

Die Zeit mit dem Bär ist leider vorbei, aber jetzt haben wir ja den Kia, der uns voran bringt. Heute geht es durch die Berge Richtung Death Valley.

Wir übernachten in Pahrump, einem Ort zwölf Kilometer vor der kalifornischen Grenze. Unser Hotel besitzt natürlich ein Spielkasino, wie anscheinend fast alle Hotels in Nevada. Seit hier 1931 das Glücksspiel legalisiert wurde, hat der Staat die meisten Casinos in den USA.

Das Casino direkt nebenan möchte an eine Goldgräberstadt erinnern.

Im Lebensmittelladen neben unserem Hotel finden wir alles, was wir für ein Vesper in unserem Zimmer brauchen.

Nighty night…

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