Ruhetag in Speyer

Meine Route 66: siebter Tag

Heute gönne ich mir einen Touristen-Tag in Speyer mit Erholung für meine Füße und das in einer der ältesten Städte Deutschland, wie passend! Im Mittelalter war diese Stadt eine der Bedeutsamsten im Heiligen Römischen Reich, dafür wirkt sie heute mit ihren gut 50000 Einwohnern eher unaufdringlich, wäre da nicht der massive, riesige romanische Dom.
 
 
 
 

 

 

 

 

 
Dann zieht es mich wieder zum Rhein hin, wo ich in einem Biergarten Schiffchen beobachte und Tagebuch schreibe.

 
 
Anschließend gibt es eine ausgedehnte Mittagspause mit intensiven Planungen für morgen. Ich freue mich schon aufs Weiterlaufen und nehme langsam Abschied von Speyer, bevor ich noch einmal lecker esse.
 
Auf  meiner Reise habe ich bisher nur vegetarisch gegessen und bin überrascht von der Vielfalt der Speisen, die ich bis jetzt genießen durfte.

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Nach Speyer

Meine Route 66: sechster Tag

  Ich nehme Abschied vom Löwen mit einem letzten Blick durch das offene Fenster und frühstücke in der Bäckerei, die auch zur Genossenschaft gehört.

Ich laufe ganz begeistert am Rhein entlang und würde am liebsten jeden Kahn fotografieren. Aber „hast du einen, hast du alle“, das gilt zumindest für den Gesamteindruck und so stecke ich das Handy einfach wieder weg. Ich bilde mir ein, dass ich so dem Rhein rechts entlang einfach nach Speyer laufe, denn irgendwann wird schon die entsprechende Brücke kommen. Aber weit gefehlt, ich lerne  stattdessen eine wichtige Lektion für meine Reise: „Folge nie nur deinem inneren Auge, sondern informiere dich gründlich bevor du losläufst!“ Dass mir der Altrhein den Weg abschneiden würde und ich ganz um die Rheinschanzinsel herumlaufen muss, wäre mir nicht im Traum eingefallen.
 
Hier wäre ich gerne drüber gelaufen, aber nichts geht. Ich bekomme aber so einen ungeplanten Eindruck von den Resten des stillgelegten AKWs Philippsburg, dessen Kühltürme vor zwei Jahren gesprengt wurden und somit heute nicht mehr die Landschaft verschandeln können. Und ganz in der Nähe herrscht Idylle.


Ich laufe geduldig Wege durch die Rheinauen, es geht aufwärts, die Blasen schmerzen nicht mehr. Wieder bekomme ich heute Gelegenheit zum Waldbaden.
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Irgendwann werde ich auf den Hochwasserschutzdamm des Altrheins geführt und laufe solange weiter, bis ich zurück an den Rhein gelange. Zwischendurch werden Handy, Gustav und ich mal wieder regenfest  gemacht, was sich als eine sehr gute Maßnahme erweist, zumindest für kurze Zeit.

Am Rhein ist es Zeit für eine Pause. Es gibt Maritas Müslikekse aus dem Freundeproviant und Wasser.
 
Zur Info: Freundinnen und Kolleginnen haben mich vor der Reise mit wichtigem Reiseproviant ausgestattet, von dem ich jetzt langsam profitiere.
Ich habe gelernt und laufe nicht direkt dem Rhein entlang weiter, sondern wähle den Rheindamm, den mir mein Online-Reiseführer vorschlägt. Ich habe ein Déja-vu-Erlebnis, denn wieder verdunkelt sich der Himmel und es regnet, ja hagelt sogar ein klein wenig.

Das Bild des Tages! Ich liebe es genauso wie den unmittelbaren Kontakt zu den Launen des Wetters.
Auch diesmal verhindert eine Cappuccino-Pause allzu lange Begegnung mit dem Regen, und es wäre perfekt gewesen, hätte ich im Bäckerei-Café von Altlußheim meine Wanderstöcke mitgenommen und damit eine mindestens zwei Kilometer lange unnötige Zusatzwanderung vermieden.
Doch ich komme trotzdem voran, langsam aber stetig, und endlich erreiche ich die lang ersehnte Rheinbrücke. Ich verlasse jetzt Baden Württemberg und bin zutiefst beeindruckt von den neuen Eindrücken.


Auch Speyer empfängt mich im besten Abendlicht, ich bin ergriffen.
 
 
Und ich treffe auf einen Wanderer, der noch bis nach Compostela möchte. Ich habe wenigstens nur meine Geburtsstadt als Ziel und bin für heute um halb sieben am Ende der Reise. Auf meine Regen-und Wanderausstattung ist er bestimmt neidisch.


 
Das Nachtleben beschränkt sich auf ein Essen im Maximilian und ich bin um kurz vor halb zehn im Hotelzimmer. Heute lese ich 24,4 Kilometer auf meinem Handy ab. Der Weg nach Speyer erwies sich dann doch nicht als so kurz wie gedacht, der sechste Tag war deshalb wieder prallvoll mit den verschiedensten Eindrücken bestückt.

 

 

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Nach Rheinsheim

Meine Route 66: fünfter Tag

Als ich heute morgen um elf Uhr aufbreche, wirkt der Tag eher eintönig. Das Straßendorf Büchenau zieht sich ohne viel Abwechslung in die Länge. Es ist kalt und windig. Doch schnell wandelt sich wieder alles, die Sonne kommt raus und mit dem alten Schulhaus zeigt sich der erste Eyecatcher. Im Nachbarort Neuthard hat die Zeit an verschiedenen Stellen ihre Spuren hinterlassen. Doch ich will ja keine Touristenwanderung haben, sondern ungeschminktes Leben sehen. Ich laufe heute viel auf Radwegen entlang der Straße und das ebene Rheintal wirkt nach dem Schwarzwald-Panorama eher eintönig. Ich fange an mich an den Blumen am Wegesrand zu erfreuen und bewundere den leuchtend schwarzen Käfer. „Ich fotografiere mir die Gegend schön.“ Diesen Verdacht  habe ich zunächst, aber mit der Zeit besteht die Umgebung nicht mehr nur aus einzelnen schönen Ausschnitten, sondern wandelt sich. Ich bin erstaunt, dass mich der Weg während der letzten Tage immer wieder durch den Wald führt. Ich laufe auf einem Single Trail für  Fahrradfahrer (Begriff habe ich neu gelernt).

  
 
Ein Modellbauer am Sieben-Erlen-See führt mir sein Schiffchen vor
und wir kommen ins Gespräch.

 
In dieser Gegend gibt es viele Baggerseen,
ich komme auch am Pfander See vorbei. Aber immer wieder ziehen sich die Landstraßen wie endlos dahin,
heute ist erneut eine bedeutsame dabei.
 Die Luft riecht nach Herbst wegen des faulenden Obstes unter den Bäumen.
Es ist Erntezeit und ich bekomme ein paar Äpfel geschenkt.
 
Immer  wieder finde ich auch in unattraktiven Umgebungen nette Eyecatcher.
 
Ich wusste bisher nicht, dass es eine ganze Gruppe von Leuten gibt,
die versuchen mit ihrem Auto für Frieden zu werben.
Als ich um halb fünf meinen Zielort Rheinsheim erreiche,
kann ich gleich auf einem Fest meinen Durst stillen.

 
Im Bürgerhaus Löwen fühle ich mich sofort wohl, aber nach einem kurzen Schläfchen zieht es mich wieder raus. Ich laufe insgesamt fast noch einmal 4 Kilometer, denn ich möchte den Rhein sehen. „Ohne Rucksack ist Laufen wie Fliegen.“
Ich hatte mich schon vor der Reise auf den Moment gefreut, an dem ich am Rhein ankomme, und bin stolz, dass ich es in nur fünf Tagen geschafft habe.
 
Beim Abendessen im Restaurant des Löwen bekomme ich ausführliche Auskunft über das interessante Konzept, das hinter der Genossenschaft der Betreiber steht. Es gelingt ihnen durch Hotel, Restaurant und Dorfladen wieder Leben in den Ort zu holen.
Ich komme aber nicht nur mit einem Vorstandsmitglied in Kontakt und erzähle von meiner Route 66, sondern auch mit einem Australier, der kein Deutsch versteht und ich somit endlich mal wieder Englisch sprechen darf.
 
Wieder geht ein Tag zu Ende, der sich ganz und und gar lebendig angefühlt hat. Diesmal stehen 24,5 Kilometer und über 35ooo Schritte auf dem Schrittzähler.

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Nach Bruchsal-Büchenau

Meine Route 66: vierter Tag

Nach einem individuellen Frühstück, das liebevoll zusammengestellt wurde (auf das ich allerdings gerne Einfluss gehabt hätte), verlassen ich um 10:30 die angenehmen Räumlichkeiten.
In Bretten ist Markttag, aber ich muss und kann ja nichts kaufen und so ziehe ich unbeschwert weiter in Richtung Bruchsal. Das Wetter hält sich erfreulicherweise nicht an den unerfreulichen Wetterbericht, meine Stimmung ist hervorragend. Der vierte Tag ist bekanntermaßen besser als der dritte und mein Körper scheint sich an das Wandern gewöhnt zu haben, wären da nicht meine beiden Blasen. Die werden hoffentlich auch noch irgendwie heilen!

Ich komme vorbei an Schloss Gondelsheim und dem ersten Weinberg. Wieder geht es entlang der Bahnstrecke.

Und wieder geben diese Hinweise keine Auskunft über mein Alter, sondern darüber, dass diesmal Bruchsal noch 6 Kilometer und 600 Meter entfernt ist. Dann entdecke ich diesen sonderbaren Jungen samt seinen Mädels.


Um halb eins wird es nun doch nass und Gustav und ich legen mal wieder Regenbekleidung an. In Heidelsheim versuche ich es erneut ganz vorsichtig mit einer zwanglosen Bestellung im Universum und es klappt heute wie gewünscht, sogar auch mit dem Ende des Regens nach der Pause.

 
Ich wandere neben einer bedeutsamen Straße:
In Bruchsal wende ich mich dem Barock zu:
St. Peter – von Balthasar Neumann – ist eine Pfarrkirche beim Friedhof.

Ich wusste überhaupt nicht, dass es in Bruchsal so ein beeindruckendes Schloss gibt und komme natürlich am Schlosscafé nicht vorbei.
Der Weg nach Büchenau wäre dann völlig unspektakulär gewesen, hätte es nicht gefühlte zehn Minuten vor dem Ziel – um kurz nach sechs – noch heftig angefangen zu regnen: Regenbekleidung raus, Handy mit Plastiktüte gesichert, Unterschlupf fürs Ablesen der Wegbeschreibung gesucht und  dann endlich nach etwas Herumirren den Ritter gefunden.

Der Biergarten ist natürlich wegen Regens geschlossen, aber ich bekomme ein schönes Hotelzimmer und ein leckeres Abendessen. Am Ende des Tages blicke ich stolz auf meinen vierten Tag zurück: Heute bin ich fast 24 Kilometer voran gekommen.

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Nach Bretten

Meine Route 66: dritter Tag


Der Regen hat aufgehört, kurz nachdem ich um 10 Uhr das Hotel verlassen habe. Ich freue mich die Autobahn mal aus anderer Perspektive sehen zu können.
Heute ist der dritte Tag und ich spüre ihn in den Muskeln und durch die Blasen komme ich nur langsam voran. Aber die 20 Kilometer nach Bretten werde ich schon irgendwie schaffen.

Auf halber Strecke brauche ich unbedingt eine Pause, aber das Universum scheint heute Ruhetag zu haben: die Bestellung im Café von Schloss Bauschlott geht wegen geschlossener Gesellschaft schief und sowohl Bäckerei als auch Eiscafé haben vermutlich für immer geschlossen. Aber im Gasthaus Adler bekomme ich einen Cappuccino. Meine Blasen schmerzen, da habe ich die  gute Idee für die zweite Hälfte des Weges: Sandalen an!

Die Sonne scheint wieder und die Laune wird wieder erheblich besser.
 
In Bretten werde ich für alle Anstrengungen des Tages belohnt: ein bezauberndes Städtchen erwartet mich im Abendlicht.
 
Im Hotel Eulenspiegel, im Brettener-Hundle-Zimmer, fühlen sich mein Rucksack Gustav und ich ein wenig romantisch in frühere Zeiten zurück versetzt.
 
 
Nach 21 Kilometern Wanderung falle ich nach dem Abendessen im Haus erschöpft ins Bett. Da ich kein WLAN-Empfang im Hundle-Zimmer habe, lege ich dann auch relativ bald meine digitalen Geräte zur Seite und falle in einen erholsamen Schlaf.

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Nach Pforzheim

Meine Route 66: zweiter Tag

Nach einem gemütlichen Frühstück breche ich um 9:00 auf. Es regnet, aber wieder ist es nicht kalt.
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Ich laufe bis nach Calw und würdige Hermann Hesse, den berühmten Sohn der Stadt, mit einem Foto. Vor dem nassen Marktplatz beschließe ich, dass Cappuccino-Trinken noch besser ist als im Regen weiter zu laufen. Schöne Fachwerkhäuser sehe ich auch von hier aus.
 

 

 

 

 

 

 


Nach dem ausgiebigen Kaffeetrinken hört der Regen zwar auf, aber leider nur kurz.
Ich laufe der Nagold entlang weiter.

Besonders Bad Liebenzell beeindruckt mit viel Wasser: die Nagold, der Teich mit Riesenregenpfütze davor und die Trinkhalle.


Im kleinen Pavillon kann ich wenigstens im Trockenen fotografieren.
 
Jetzt ist es schon wieder Zeit für ein Café, das ist der Vorteil vom Regen.

 
Kaffeetrinken wirkt Wunder: jetzt ist es wieder trocken.
Erfreulicherweise regnet es den ganzen Tag lang nicht mehr.

 

Der Monbach im gleichnamigen Tal

Und jetzt kommt die Sonne raus: Beweisfotos


Im Bannwald gibt es verschiedene Tierchen zu sehen.
 
Die Farben der Blumen kommen im Licht viel stärker zur Wirkung,
obwohl die Sonne soweit weg ist:

Ich laufe meist zwischen Nagold und Eisenbahnlinie.

 
Die 66 ist keine Anspielung auf mein Alter, sondern zeigt mir, dass ich noch 6 Kilometer und 600 Meter bis Pforzheim laufen muss.

Die Eisenbahnfreunde von Pforzheim haben den Bahnhof Weissenstein von 1874
liebevoll restauriert.
Gerne hätte ich in der Jugendherberge Burg Rabeneck vor Pforzheim übernachtet,
aber die nehmen heute niemanden auf.  Die letzten fünf Kilometer bis zum Hotel in der Bahnhofstraße ziehen sich ziemlich, aber ich erreiche dann um halb acht trotzdem glücklich und zufrieden mit zwei schmerzenden Blasen erschöpft mein Ziel.


 

 

 

 

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Endlich geht es los: Stammheim

Meine Route 66: erster Tag

Ich beginne meine lange Wanderung in der ersten Schulwoche, damit ich spüre wie sehr sich mein Leben verändert hat und was jetzt alles möglich ist. Wochenlange Vorfreude liegt hinter mir. Um halb eins beginne meinen langen Weg von zuhause aus, zunächst bei schönem Wetter. Ich möchte nach Calw-Stammheim um dort bei Barbara zu übernachten. Das erscheint mir recht angemessen für den ersten Tag, denn schließlich ist nach einem Sommer voller Trockenheit ausgerechnet am Starttag meine langen Reise Regen angesagt 🌧🌧🌧. Ich versuche mich nicht zu ärgern, sondern achtsam daran zu denken, wie dringend die Natur endlich Wasser braucht.

  Wann werde ich wohl wieder nach Jettingen zurückkehren? Er fühlt sich spannend an, der Aufbruch in mein nun 66-jähriges Leben im Ruhestand.
Es ist warm geworden, ich verstaue die Bluse im Rucksack und nutze die Gelegenheit für eine Portraitaufnahme meines treuen Begleiters Gustav.
Schnell erreiche ungewohntes Gebiet. Diesen Weg bin ich zuvor erst einmal gelaufen.

Kurz bevor ich nach Sulz am Eck komme, fängt es an zu regnen und ich probiere zum ersten Mal die neue Regenbekleidung für mich und Gustav aus.
Ich bemühe mich kein schlechtes Gewissen zu bekommen, denn es gab am letzten Sonntag Lammfleisch.
  

Die Temperaturen sind trotz Regens sehr angenehm und so macht es mir nicht viel aus, in der Nässe vor mich hinzustapfen. Als ich dann oben am Kapf bin, hört es auf zu regnen. Gustav und ich haben unser Regenoutfit erfolgreich getestet. Ich laufe ein Stück weit auf dem Gäurandweg und genieße die schöne Landschaft, obwohl der Himmel trüb ist.

Gültlingen:
 
Gültlinger See und Brunnen:
 
Der Herbst lässt sich bald nicht mehr  verleugnen:

 
Die Sonne zeigt sich auf dem letzten Streckenabschnitt vor dem Ziel:

 
Stammheim strahlt als ob es nie Regen gegeben hätte und um halb sieben bin ich dann bei Barbara.
 
Im quietsche-orangem Regenoutfit laufe ich mit Gustav ein, bekomme optimale Übernachtungsbedingungen und ein leckeres Abendessen. Danach wird noch nach Herzenslust von Barbara zu Barbara gequatscht. Scheee war‘s!!! Es hat sich ein wenig wie eine Eintagswanderung mit anschließendem Besuch bei Freunden angeführt und nicht wirklich wie der Start in eine längere Wanderzeit.

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Probewanderung: von Weil im Schönbuch nach Kirchheim

23. August 2022

Heute Nacht fühlte ich mich zu erschöpft um richtig zu schlafen, das hätte ich mir vorher eigentlich anders vorgestellt. Kurz nach sieben wachte ich auf und trödelte kaffeelos herum, bis um halb neun endlich zur heutigen Wanderung aufbrach.
Ich bin schon 4,6 km gelaufen, zuversichtlich aber nicht mehr so euphorisch wie gestern. Das lag Gott sei Dank nicht an meiner körperlichen Befindlichkeit, sondern an der Tatsache, dass ich noch keinen Kaffee hatte. Mein Kopf war wie im Nebel. Trotzdem fühlte sich das Laufen entlang der Aich angenehm frisch an und ich nahm die Schönheit am Wegesrand wahr.

Dann taucht endlich in Neuenhaus genau das Bäckerei-Café auf, das ich mir heimlich gewünscht hatte. Eeeendlich Frühstück!!!Ich laufe eine Zeit lang durch das Aichtal. Dann ist in der Ferne der Neufen und auch schon die Teck zu sehen und auch eine UFO-Landesration. (Konrad ist da anderer Meinung und glaubt an ein VOR- Drehfunkfeuer für den Flughafen. Statt Marsmännchen begegnen mir aber Rehe und Hasen.

  
Erster Blick auf den Neckar als ich ein Stück weit auf dem Wanderweg „Hochgehblickt“ beziehungsweise auf dem Besinnungsweg Weit-Blick laufe. Ich sehe ein paar Stationen z.B. „Die Mauer“.
  
Dann komme ich nach Nürtingen und ich finde ein nettes Eiscafé für einen Eiscafé. Dann nähere ich mich unaufhaltsam Kirchheim.
  

 

Entlang am Hörnle und derHahnweide laufe ich unter der Autobahn auf Kirchheim zu.

  
Um sechs Uhr habe ich mein Ziel erreicht: zu Fuß von zuhause nach Kirchheim über Waldenbuch in zwei Etappen mit 45,5 km und 31,4 km.

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Probewanderung von Oberjettingen nach Waldenbuch

22. August 2022

Um 6:35 von zuhause losgelaufen

Ich fühle mich frei und genieße die viele Zeit und die Möglichkeit den ganzen Tag einfach laufen zu können. Ich nehme die Natur um mich mit allen Sinnen wahr, auch wenn meine Eindrücke bruchstückhaft und eher unsortiert sind, es ist ja so viel Zeit da… Ich empfinde meine Wanderung als großen Luxus.
In Herrenberg geht es den Schlossberg hoch und dann vorbei an der Fresseiche durchs Goldersbachtal. Die Herbstzeitlosen lassen schon das Ende des Sommers erahnen, obwohl es heute 28 Grad heiß ist.


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Alles ist bis jetzt wirklich flüssig gelaufen, doch dann verpasse ich die Abbiegung und laufe in die falsche Richtung. Das hatte seinen guten Grund, denn der eigentliche Weg war klein, steil und führte über ein kleines Bächlein. Ohne Rucksack und mit Hilfe wäre das in Ordnung für mich gewesen. So kroch ich überfordert zum Teil auf allen Vieren vorwärts und manch ein kleines Bäumchen musste mir als Griff dienen. Ich verfluchte meinen schlechten Gleichgewichtssinn und meine schwachen  Beinmuskeln. Ich hatte tierisch Angst vor einem eventuellen Rückweg. Der blieb mir erspart, aber mein Vertrauen zu Komoot bekam Risse. Später ergab sich noch einmal eine ähnliche Situation, die sich aber letztlich als etwas harmloser darstellte.

 

 

 

 

 

 

 

Knüppelweg durchs Moor und Birkensee

 Weil im Schönbuch

Jetzt ein erfrischendes Eis… Aber in der trostlosen Stadtmitte gibt es weder ein geöffnetes Café noch eine Eisdiele. Ich wünsche mir vom Universum einen Eiswagen und voilà:

Nein, ich habe mich weder verlaufen und auch nicht von einer Englandtour leiten lassen, die Komoot versehentlich noch im Hals hatte. Ich bin auch später nicht zufällig im Märchen gelandet, sondern am Baumhaushotel in der Oase Weil vorbei gekommen.

Dann bin ich fast in Waldenbuch und denke, dass sich der restliche Weg fast wie von alleine läuft, aber weit gefehlt…😉
Die Stadt kommt mir etwas ausgestorben vor und ich finde kein Lokal, geschweige denn einen Biergarten, wo ich schön zum Abendessen gehen könnte.
Der Weg zum Alten Forsthaus zieht sich dann noch ewig und ich muss sogar wieder aus dem Ort rauslaufen!!!😟

 

Eeeeendlich!

Nach dem anstrengenden Tag erwarte ich bei dem heimeligen Forsthaus einen Biergarten beziehungsweise ein angenehmes Speiselokal mit Wildfleisch oder wenigstens eine Familie, die sich irgendwie um meinen Hunger kümmert, wenn ich nur genügend quengele. Aber weit gefehlt!
Ich treffe keine Menschenseele an und werde während meines ganzen Aufenthalt nur einem einzigen Gast begegnen, der grüßend aber kommentarlos an mir vorbei läuft. Statt einer persönlichen Betreuung finde ich nur einen Zettel vor, der an der Tür klebt.Schlüssel und Rechnung liegen im unverschlossenen Zimmer, keine Minibar mit Bier und Chips, nur zwei Fläschlein Wasser und vier Minitäfelchen Ritter Sport (ist ja wohl das Mindeste in Waldenbuch).
Ich will nicht ins trostlose Waldenbuch zurücklaufen, habe aber mittlerweile einen Bärenhunger und wage noch einmal eine Bestellung im Universum: diesmal soll es ein Biergarten sein, der auch heute am Montag geöffnet ist. Und wieder klappt es, wenn auch in 2 km Entfernung. Aber ich kann mir trotz schmerzender Füße nicht erlauben wählerisch zu sein. Und ohne Gepäck läuft es sich etwas angenehmer, doch ich muss über die Kreisgrenze rüber…

 

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