Meine Route 66: erster Tag
Ich beginne meine lange Wanderung in der ersten Schulwoche, damit ich spüre wie sehr sich mein Leben verändert hat und was jetzt alles möglich ist. Wochenlange Vorfreude liegt hinter mir. Um halb eins beginne meinen langen Weg von zuhause aus, zunächst bei schönem Wetter. Ich möchte nach Calw-Stammheim um dort bei Barbara zu übernachten. Das erscheint mir recht angemessen für den ersten Tag, denn schließlich ist nach einem Sommer voller Trockenheit ausgerechnet am Starttag meine langen Reise Regen angesagt 🌧🌧🌧. Ich versuche mich nicht zu ärgern, sondern achtsam daran zu denken, wie dringend die Natur endlich Wasser braucht.
Wann werde ich wohl wieder nach Jettingen zurückkehren? Er fühlt sich spannend an, der Aufbruch in mein nun 66-jähriges Leben im Ruhestand.
Es ist warm geworden, ich verstaue die Bluse im Rucksack und nutze die Gelegenheit für eine Portraitaufnahme meines treuen Begleiters Gustav.
Schnell erreiche ungewohntes Gebiet. Diesen Weg bin ich zuvor erst einmal gelaufen.

Kurz bevor ich nach Sulz am Eck komme, fängt es an zu regnen und ich probiere zum ersten Mal die neue Regenbekleidung für mich und Gustav aus.


Ich bemühe mich kein schlechtes Gewissen zu bekommen, denn es gab am letzten Sonntag Lammfleisch.
Die Temperaturen sind trotz Regens sehr angenehm und so macht es mir nicht viel aus, in der Nässe vor mich hinzustapfen. Als ich dann oben am Kapf bin, hört es auf zu regnen. Gustav und ich haben unser Regenoutfit erfolgreich getestet. Ich laufe ein Stück weit auf dem Gäurandweg und genieße die schöne Landschaft, obwohl der Himmel trüb ist.
Gültlingen:

Gültlinger See und Brunnen:

Der Herbst lässt sich bald nicht mehr verleugnen:

Die Sonne zeigt sich auf dem letzten Streckenabschnitt vor dem Ziel:

Stammheim strahlt als ob es nie Regen gegeben hätte und um halb sieben bin ich dann bei Barbara.

Im quietsche-orangem Regenoutfit laufe ich mit Gustav ein, bekomme optimale Übernachtungsbedingungen und ein leckeres Abendessen. Danach wird noch nach Herzenslust von Barbara zu Barbara gequatscht. Scheee war‘s!!! Es hat sich ein wenig wie eine Eintagswanderung mit anschließendem Besuch bei Freunden angeführt und nicht wirklich wie der Start in eine längere Wanderzeit.




Liebe Barbara,
danke für’s Teilen Deiner so besonderen Wanderung! Heute ist Tag drei und leider begann der Tag wieder mit Dauerregen. Die Natur braucht ihn – Du mit Sicherheit weniger.
Ich wünsche Dir schon heute, dass Du am Ende Deiner Wanderung – egal ob im Regen oder mit Sonnenschein – sagen kannst „66 JAHRE UND GANZ SCHÖN WEISE!“.
In diesem Sinne eine schöne Wanderung
und herzliche Grüße
Christa