Probewanderung von Oberjettingen nach Waldenbuch

22. August 2022

Um 6:35 von zuhause losgelaufen

Ich fühle mich frei und genieße die viele Zeit und die Möglichkeit den ganzen Tag einfach laufen zu können. Ich nehme die Natur um mich mit allen Sinnen wahr, auch wenn meine Eindrücke bruchstückhaft und eher unsortiert sind, es ist ja so viel Zeit da… Ich empfinde meine Wanderung als großen Luxus.
In Herrenberg geht es den Schlossberg hoch und dann vorbei an der Fresseiche durchs Goldersbachtal. Die Herbstzeitlosen lassen schon das Ende des Sommers erahnen, obwohl es heute 28 Grad heiß ist.


I

Alles ist bis jetzt wirklich flüssig gelaufen, doch dann verpasse ich die Abbiegung und laufe in die falsche Richtung. Das hatte seinen guten Grund, denn der eigentliche Weg war klein, steil und führte über ein kleines Bächlein. Ohne Rucksack und mit Hilfe wäre das in Ordnung für mich gewesen. So kroch ich überfordert zum Teil auf allen Vieren vorwärts und manch ein kleines Bäumchen musste mir als Griff dienen. Ich verfluchte meinen schlechten Gleichgewichtssinn und meine schwachen  Beinmuskeln. Ich hatte tierisch Angst vor einem eventuellen Rückweg. Der blieb mir erspart, aber mein Vertrauen zu Komoot bekam Risse. Später ergab sich noch einmal eine ähnliche Situation, die sich aber letztlich als etwas harmloser darstellte.

 

 

 

 

 

 

 

Knüppelweg durchs Moor und Birkensee

 Weil im Schönbuch

Jetzt ein erfrischendes Eis… Aber in der trostlosen Stadtmitte gibt es weder ein geöffnetes Café noch eine Eisdiele. Ich wünsche mir vom Universum einen Eiswagen und voilà:

Nein, ich habe mich weder verlaufen und auch nicht von einer Englandtour leiten lassen, die Komoot versehentlich noch im Hals hatte. Ich bin auch später nicht zufällig im Märchen gelandet, sondern am Baumhaushotel in der Oase Weil vorbei gekommen.

Dann bin ich fast in Waldenbuch und denke, dass sich der restliche Weg fast wie von alleine läuft, aber weit gefehlt…😉
Die Stadt kommt mir etwas ausgestorben vor und ich finde kein Lokal, geschweige denn einen Biergarten, wo ich schön zum Abendessen gehen könnte.
Der Weg zum Alten Forsthaus zieht sich dann noch ewig und ich muss sogar wieder aus dem Ort rauslaufen!!!😟

 

Eeeeendlich!

Nach dem anstrengenden Tag erwarte ich bei dem heimeligen Forsthaus einen Biergarten beziehungsweise ein angenehmes Speiselokal mit Wildfleisch oder wenigstens eine Familie, die sich irgendwie um meinen Hunger kümmert, wenn ich nur genügend quengele. Aber weit gefehlt!
Ich treffe keine Menschenseele an und werde während meines ganzen Aufenthalt nur einem einzigen Gast begegnen, der grüßend aber kommentarlos an mir vorbei läuft. Statt einer persönlichen Betreuung finde ich nur einen Zettel vor, der an der Tür klebt.Schlüssel und Rechnung liegen im unverschlossenen Zimmer, keine Minibar mit Bier und Chips, nur zwei Fläschlein Wasser und vier Minitäfelchen Ritter Sport (ist ja wohl das Mindeste in Waldenbuch).
Ich will nicht ins trostlose Waldenbuch zurücklaufen, habe aber mittlerweile einen Bärenhunger und wage noch einmal eine Bestellung im Universum: diesmal soll es ein Biergarten sein, der auch heute am Montag geöffnet ist. Und wieder klappt es, wenn auch in 2 km Entfernung. Aber ich kann mir trotz schmerzender Füße nicht erlauben wählerisch zu sein. Und ohne Gepäck läuft es sich etwas angenehmer, doch ich muss über die Kreisgrenze rüber…

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.