Tag der Schlösser
Obwohl es heute bergauf – bergab gehen wird, nehme ich mir erst einmal Zeit fürs Sightseeing vor Ort. Die Silhouette des Schlosses Braunfels, die gestern immer wieder im Abendlicht über Häusern und Gärten auftauchte, hat mich neugierig gemacht.
Der steile Anstieg lohnt sich. Ich fühle mich in eine märchenhaften Kulisse versetzt. Seit 1875 besitzt das Schloss diesen unverwechselbaren Charakter.
Hier wurde übrigens 2008 der Märchenfilm König Drosselbart gedreht. Seither hat sich bestimmt nicht viel verändert.
Als ich runter zum Ort laufe, umgibt mich immer noch Märchencharakter.
Braunfels gilt mit seinem Schloss als eine der schönsten und romantischsten hessischen Kleinstädte. Das hätte ich nicht erwartet! Ich lasse das Flair im Sonnenschein auf einer Bank am Marktplatz wirken und lade erst einmal in Ruhe meine Handy auf. Nach so vielen Fotos…
Jetzt aber los! Ich will nach Weilburg. Die Wirtin erzählte mir schon gestern, dass viel Gäste dorthin wandern.
Ich bin heute vorwiegend auf bekannten Wanderwegen durch den Taunus unterwegs, die sich. Sie wechseln sich ab oder überschneiden sich: beispielsweise Lahnwanderweg, Lahnhöhenweg oder Jakobsweg.
Blick zurück
Dieses Flatterband (links oben) gefällt mir überhaupt nicht! Baumfällarbeiten – Baumaßnahmen – Tiere …? – Ich muss hier durch, sonst hätte einige Kilometer Umweg! Risiko – warum schreiben die auch nichts dazu? Bestimmt war am Wochenende Treibjagd und die haben vergessen, die Sperre zu beseitigen! Ich setze meinen Weg hinter dem Flatterband weiter. Mit schlechtem Gewissen und extrem geschärften Sinnen wandere ich 2,8 Kilometer weiter und… NICHTS!!! Ich atme auf, als der Wald am Horizont hell wird und der Weg auf einen Feldweg mündet. Nicht einmal ein Flatterband auf der anderen Seite und keine Adresse für eine Beschwerde…
Eigentlich habe ich schon ganz viel geschafft…
Hier stand einmal eine Wallfahrtskirche und es sollen noch Reste existieren. Ich erkenne überhaupt nichts, außer einem Altar (Stein mit Platte) und einem Kreuz. Die vielen Bänke, die um dem ehemaligen Kirchengrundriss stehen, wirken sehr einladend. Es gibt auch eine Stempelstelle für Jakobsweg-Pilgerinnen.
Ich spüre eine besondere Atmosphäre. Gerade setze ich mich auf eine Bank für die Mittagspause, da gesellen sich Hund Janosch und sein Herrchen zu mir. Eine Begegnung, so wie ich es liebe! Wir unterhalten uns eine halbe Stunde lang über Fernwanderungen. Mein Gesprächspartner schaffte einmal 1000 Kilometer mit Übernachtungen im Wald. Respekt, andere Liga! „Es gibt keine richtigen und keine falschen Wanderungen!“
Immer wieder Erinnerungen an den Bergbau…
Im frühen 18. Jahrhundert wurde ein Hofgut zum Jagdschloss Windhoff umgebaut. Im frühen 20. Jahrhundert war es Schule, dann ein Ort, an dem Lehrkräfte ausgebildet wurden und heute dient es als Studierendenwohnheim der FH Weilburg-Hadamar. Kein Märchen, sondern nüchterne Altbauzweckmäßigkeit…
Dann bin ich wieder an der Lahn und sehe auf Schloss Weilburg – eine der bedeutendsten barocken Schlossanlagen Hessens.
Es bedeckt fast die Hälfte der Altstadt, aber das ist mir im Moment völlig egal. Jetzt nur noch wenig essen – Gott sei Dank hat das Café Altes aRthaus am Montag nicht die Türen geschlossen, wie so viele anderen. Dann kehre ich hundemüde in mein Apartment zurück und blicke wieder auf einen sehr erfüllten Wandertag zurück.














