Tour 70 Sondertag und Statistik

Taunus und Westerwald

Warum ist heute ein Sondertag? Weil ich nicht an der Lahn entlang wandere! Wie kommt das? Eigentlich liegt es am Hotel. Heute ist Samstag und an der Lahn gibt es kein freies Zimmer mehr. Ich hätte auch keines mehr gebraucht, sondern direkt nach Lahnstein zur Mündung wandern können.

Aber… Konrad kommt morgen (heute hat er keine Zeit) mit dem Wohnmobil nach Lahnstein und verbringt den Abschluss meiner Lahnwanderung mit mir gemeinsam. Wie schööööööön! Anschließend werden wir vielleicht noch eine kleine Rheintour unternehmen. Das Wetter ist immer noch unglaublich gut.

Mein Quartiermanager und Konrad in Personalunion haben sich als Überbrückung dieses nette Hotel Taunusblick in dem 4 Kilometer entfernten Hömberg ausgesucht. Was vorher nicht ersichtlich war, ist die Tatsache, dass ich den ganzen Weg, den ich heute dorthin keuche, morgen wieder zurück muss. (300 Höhenmeter sind halt viel für mich, deshalb liebe ich das Flusswandern.) Ich habe keine Lust auf vermeidbare Höhenmeter, deshalb ist der Rückweg nach Nassau eindeutige die beste Lösung und bietet mir noch optimal viel Lahn. Egal, jedenfalls entstand so die Idee des Sondertages. Ein Westerwald-Wander-Wagnis sozusagen.

Der Jahrmarkt schläft noch, als ich in einer Bäckerei frühstücke. Heute habe ich aus dem  oben genannten Grund nur eine kurze Strecke vor mir. „Ich wandere auch noch zur Burg hoch.“ beschließe ich auf einmal. Das gehört sich doch bei der geschichtlichen Bedeutsamkeit, von der ich seit gestern weiß.

Ich steife noch einmal durch die Stadt und gehe über die Zugseilbrücke. Alles schon bekannt, aber nicht bei diesen Lichtverhältnissen…

Auf dem falschen Weg! Ein paar Meter weiter geht es erst hoch…

Die alte Burgruine liegt lieblos verlassen da, geschmückt mit Bauzäunen. Die einzigen Hinweise bestehen aus Verbotsschildern. Na, das wird sich oben schon aufklären!

Der restliche Weg ist sehr schön. Ich befinde mich wieder auf den beiden Lahnwanderwegen.

Oben bin ich beeindruckt. Der Biergarten öffnet gerade.

Ich habe aber keine Lust auf Einkehr, sondern genieße die Aussicht auf meinem eigenen Plätzchen beim Energietanken. (Mein Handy von der Powerbank und ich von Wasser und Müsliriegeln.) Mir gefällt die Burg, ich fühle mich wohl. Was mag sich hier wohl alles abgespiegelt haben? Mir fällt auf, dass es hier keine einzige Informationstafel gibt (abgesehen vom Hinweisschild des Bundeslandes Rheinland-Pfalz über die Sanierungsmaßnahme Außenanlagen Burg Nassau). Das will ich jetzt wirklich nicht wissen.

Als ich wieder unten an der Lahn bin, sehe ich das erste Passagierschiff (Ausflugsboot), die Aurelia. Leute gehen gerade von Bord.

Nassau hat sich wohl selbst das Thema mit „Schubkarre“ gegeben, egal in welchem Zustand und egal mit welch scheußlicher Bepflanzung. Ich finde, die Stadt hätte stattdessen besser ihre Geschichte präsentieren können.

Sorry, es gibt doch Geschichte, aber nur von einer Person! Der in Nassau gebürtige Freiherr vom Stein kommt in dem nach ihm benannten Park ganz groß raus. Er wird als einer der bedeutsamsten Staatsmänner Anfang des 19. Jahrhunderts beschrieben. Er führte die Bauernbefreiung durch und verfügte Eigenverwaltung in Städten und Gemeinden.

Heute morgen wanderte ich wahrscheinlich noch ein letztes Mal im Taunus. Auf der anderen Seite der Lahn, wo ich mich jetzt befinde, liegt der Westerwald. Es geht steil bergauf. Ich schwitze, es ist heiß in der Sonne. Jede Gelegenheit zur Pause ist mir willkommen. Ich habe Gott sei Dank viel Zeit für den kurzen, steilen Weg.

Eigentlich sehe ich zunächst keinen Unterschied zwischen den beiden Gebirgen. Doch dann betrüben mich die zahllosen toten Bäume und das viele achtlos herum liegende Holz.

Wie ein riesiges Mikadospiel…

„Das darf doch nicht mein Weg sein?“ Ich erschrecke, kann aber Komoot eine Alternative entlocken.

Diese führt mich zu einer Schutzhütte mit Lahnblick, den ich jedoch erst genau suchen muss.

Es wird dann doch noch wahr, ich erreiche den Gasthof Taunusblick, checke ein, bewundere den Blick aus meinem Fenster und falle in einen erholsamen Mittagsschlaf. Danach verlasse ich das Bett erst vor dem Abendessen. Ich verfasse eine Statistik meiner Tour 70, bei der ich den morgigen Tag schätze.


Die durchschnittlichen Kilometer sind etwas niedriger als bei meinen anderen vier Flusswanderungen. Das kann dem Zufall oder dem Alter geschuldet sein. Allerdings habe ich nicht über Höhenmeter Buch geführt. Die sind vermutlich einiges mehr als bei den letzten Wanderungen.

 

 

 

 

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Tour 70 Sondertag und Statistik

  1. Christa sagt:

    Liebe Barbara – was für eine Wanderung wieder, was für tolle Fotos und beeindruckende Berichterstattung. Danke für’s wieder ein bisschen Mitwandern zu dürfen.
    Heute wünsche ich Euch einen wunderschönen gemeinsamen Tag und eine gebührende Abschlussfeier – danach noch eine schöne Reise zusammen bei herrlichem Spätsommerwetter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.