Nicht nur Schönwetterwandern…
Da ist doch mit viel Fantasie wirklich eine 70 zu erkennen?
Nicht Eyecatcher, sondern Eyetest an der Wand dieses Firmengebäudes!
Ich bin froh, dass ich ganz leicht alles erkennen kann. Oh, da sind ja noch kleinere Aufgaben – habe ich überhaupt nicht gesehen. Firma Oculus – Optikgeräte GmbH – lässt mich trotzdem ohne neue Brille vorbei ziehen. (Es ist ja Gott sei Dank Sonntag und hier arbeitet gerade niemand.)
Auch heute bin ich auf wechselnden Wegen unterwegs. Ich schaue, dass ich so schnell wie möglich nach Wetzlar komme. Meine Wirtin hat empfohlen, mir Zeit fürs Sightseeing zu nehmen und es ist Regen angesagt.
Guter Tipp!
Uhhh, schon wieder eine Schlange!
Mir gefällt Wetzlar!
Im Dom ist gerade der Sonntagsgottesdienst zu Ende gegangen. Die Konfirmant*innen müssen sich noch die Teilnahme abstempeln lassen.
Dann geht es über die Alte Lahnbrücke wieder aus der Stadt heraus.
Ich überquere die Dill, kurz bevor sie in die Lahn mündet. Einen Unterschied zwischen beiden Namensgeberinnen des Lahn-Dill-Kreises hätte ich nicht erkannt.
Das harmlose Tröpfeln der letzten Stunden wandelt sich in leichten Regen.
Ich befinde mich auf der Bergmannsroute am Lahnwanderweg. 1862 wurde die Deuz-Giessener Eisenbahn gebaut. Damit wurden die Transportprobleme des Eisenerzes ab Wetzlar und der Kohle nach Wetzlar gelöst. Ein Jahr später entstand hier die Lahntalbahn nach Koblenz, wodurch der Anschluss an das Saarland und das Elsass ermöglicht wurde.
Die damaligen Grubenbesitzer waren recht froh darüber. Und ich freue mich, dass ich unter dieser historischen Brücke ein wenig Schutz vor den Regentropfen finde.
Angesichts des durchgehenden hervorragenden Wanderwetters seit Beginn meiner Tour, lasse ich keine Klagen in mir hoch sprudeln. Immerhin friere ich nicht und die Nässe geht nicht bis auf die Haut, Luxusregenwetter!
Ich komme bei der Reminiszenz an die Solmer Grubenbergbahnen vorbei. Diese „Drahtseilakte“ dienten dem Transport vom Eisenerz aus den Gruben. Seit 1983 ist der Betrieb dieser Seilbahnen eingestellt, weil LKWs billiger geworden sind.
Wasserkraftwerk und Schleuse Oberbiel
Kurz nach Überquerung beider Lahnabzweigungen finde ich an einer überdachten Bushaltestelle Regenschutz auf einem Bänkchen. Hier kann ich in Ruhe das Handy aufladen und meine weitere Route planen. Ich will definitiv bei diesem Wetter nicht – wie vorgeschlagen – an der Landstraße entlang laufen. Die Alternative ist komplizierter. „Was ist, wenn es zu nass für das Handy wird? Wie soll ich dann den Weg finden?“ Die Pessimistin in mir will nörgeln. „Bist du schon irgendwann nicht weiter gekommen oder hast du ein Handy jemals wegen Regens geschrottet?“ Die Vernunftstimme wird recht behalten. Der Regen behindert meine Navigation in keinster Weise. Er lässt nach oder hört immer wieder ganz auf.
Und als ich zum Schluss den steilen Anstieg zu meinem Ziel Braunfels bewältigt habe, da strahlt sogar die Sonne. Sie scheint völlig unschuldig auf mich runter zu grinsen.
Im Familienbetrieb Brauhaus Obermühle werde ich herzlich begrüßt und bestens kulinarisch versorgt. Ich finde ein riesiges Appartement vor, fast wie in Amerika.
Heute war viel geboten und ich kam letztendlich auch mit dem Wetter klar. Es ist wunderbar, dass das hier Wirklichkeit ist und kein weichgespültes Filmsetting.














