Tour 70 Tag 3

Mein ❤️ hüpft…


Wer von Euch war das? – Das kann doch kein Zufall sein…

Ich traue meinen Augen nicht, als ich kurz nach Beginn meiner Tagesetappe mitten auf dem Weg diese blasse Schrift entziffere – verziert mit Smiley, Schmetterling und vierblättrigem Kleeblatt. Ich würde mich nicht wundern, wenn jetzt jemand lachend aus dem Gebüsch hüpfen würde…
Das passiert zwar nicht, aber mein Gutelaunepegel schießt in die Höhe.


Ich sehe die ersten Sonnenblumen im Sonnenschein leuchten – und das, nachdem ich beim Blick auf die Wetterapp die null Stunden Sonne für heute akzeptiert hatte, da es ja auch null Stunden Regen geben sollte.


Ich lerne: Beweidungssysteme mit ganzjähriger Freilandhaltung robuster Tierrassen lassen Gebiete entstehen, die sehr struktur- und artenreich sind.


Die Lahn sieht heute viel abwechslungsreicher aus als gestern. Endlich laufe ich an einem Uferweg, der so ganz nach meinem Geschmack ist (zumindest zeitweise). Heute Morgen habe ich mir von Komoot einen halbwegs akzeptablen Weg ertrotzt.

Das Örtchen Sarnau bietet einen erfreulichen Kontrast zu den Ortschaften, durch die ich gestern kam. Die vielen Fachwerkhäuser stehen aber einfach nur da, inmitten von Baustellen und Zeugen des Verfalls. Touristische Puppenstube: Fehlanzeige!


Nun wird eine Lahnschleife abgekürzt. Es geht bergauf. Okay Komoot, ich war bei der Planung damit einverstanden. Immerhin ist dann eine schöne Aussicht zu erwarten.

Mein Humor kehrt zurück und findet auf einmal Futter: Von allen Seiten werde ich beglotzt und belächelt.

Ich bin so gut drauf, dass ich noch einen Umweg zur Burg Weißenstein in Kauf nehme. Gute Entscheidung! Dort finde ich eine hervorragende Aussicht auf die Lahn und meine erste Begegnung des Tages. Ich „schnacke“ mit zwei Damen (Mutter und Tochter) aus Cuxhaven.

Als ich sehe, dass die Wehrdaer Straße entlang der Lahn nach Marburg einen Fußgängerweg aufzuweisen hat, der bis nach Magdeburg führt, gebe ich meine Kooperation mit Komoot auf. Null weitere Höhenmeter und fast zwei Kilometer weniger Entfernung… So geht’s doch auch! Wanderwege sind super, aber müssen für mich nicht durchgehend sein!

Während ich die Lahn aus dem Blick hatte, ist sie ziemlich angewachsen.

In Marburg lockt mich nach dem Einchecken das Sightseeing.

Auf dem Schloss treffen ich die beiden Damen von der Burg wieder und unterhalte mich mit einer Düsseldorferin aus Tübingen.

Am Ende der Tour zieht es mich runter zur Lahn. Ich esse im Gasthaus zur Lahnterrasse genüsslich zu Abend.

Mein Hotel Haus Müller bietet einen großen Kontrast zum Hotel von gestern. Hier überwiegt keine durchdachte Zweckmäßigkeit, sondern  großzügige, liebevolle Nostalgie.

What a day! Die Erfahrungen von heute hatten so ziemlich gar nichts gemeinsam mit denen von gestern. Wie schön, dass sich das alles so schnell wandeln konnte. Mal sehen, wie es morgen wird: da fordert Komoot wieder mindestens 23 Kilometer von mir. Kein Vergleich zu den 14 von heute…

 

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