Meine Route 66: einundzwanzigster Tag
Kaum zu glauben, es ist erst drei Woche her, dass ich von zuhause aufgebrochen bin, und jetzt liegt schon meine vorletzte Rheinetappe vor mir. Als ich heute morgen loslaufe, denke ich allerdings, ich bin im falschen Film. Da spüre ich nichts vom versprochenen guten Wetter, sondern die Straßen von Andernach sind frisch und ungemütlich. Der Rhein liegt im Nebel und der berühmte Kran hätte einen blaueren Hintergrund verdient.

Doch bald heben die ersten blauen Flecken am Himmel die Stimmung.

Heute macht das Waldbaden direkt neben dem Fluss richtig Spaß.

Mein Weg am Ufer ist atemberaubend. Straßen- und Eisenbahngeräusche werden an manche Stellen vom Rauschen der Wellen in den Hintergrund gedrängt.


Auch meine zurück gelegten Meilen nehmen zu.

Heute laufe ich fast nur am Rhein entlang, und als ich dann nach Sinzig abbiege, wird die Landschaft wieder langweilig. Ich nehme zuvor noch einmal bewusst vom Fluss Abschied, denn morgen wird mein letzter Tag sein. Jetzt ist die Zeit doch so schnell vergangen, und wie lange hatte ich darauf hin gelebt.

Vor der Ankunft in meinem traumhaften Gästehaus in Westum laufe ich durch viel Industrie- und Wohngebiet. Ich setze mich danach vor mein Zimmer und stille meinen Durst in angenehmer Atmosphäre. Zum Abendessen muss ich noch einmal nach Sinzig zurücklaufen, aber ich bin ja gut trainiert.

