Nach Oppenheim

Meine Route 66: zehnter Tag

Heute Morgen läuft alles entsprechend meiner Vorstellungen: Frühstück, Rücken und Wetter. Der Weg aus der Stadt heraus zieht sich langweilig dahin, wie immer, und ich fange schon wieder an mich für die Eyecatcher von Kreisverkehren zu interessieren. Immerhin nicht die einzigen Großvögel, denen ich bisher auf meiner Reise begegnet bin.
 
Dann lese ich in Herrnsheim das Schild „Schloss“. Mein Kopf sagt: „Kein Schritt mehr als die Routenplanung vorsieht!“, meine Füße laufen einfach zum Schloss und die ganze Barbara ist dann begeistert, was für ein beeindruckendes Bauwerk!
 
 
Dieser Turm erinnert mich an Rapunzel und der alte Franzose an die Zeit, als ich in der Kindheit mit meinen Eltern durch Frankreich fuhr, auf dem Weg nach Spanien.
Hier kreuzt sich an einer Stelle mein Weg mit einem Jakobsweg und ich denke ans Pilgern in Vergangenheit und Gegenwart.
Dann folgen meine Begegnungen mit dem Weinbau. Eigentlich stellte ich mir bisher die Traubenernte ganz naiv mit viel körperlichem Einsatz vor. Heute wird mir klar, dass auch in diesem landwirtschaftlichen Bereich moderne Maschinen im Einsatz sind. Viele alte Hilfsmittel sind als Dekoration ausgestellt.
 
 

In der unteren Mitte dieser Erntemaschine ist Platz in der Höhe und Breite eines Weinstocks. Sie fährt so einfach durch die Reihen über die Pflanzen hinweg und zupft die Trauben ab (nicht immer ganz sorgfältig).

 
Nach der Arbeit der Erntemaschinen sieht es dann so aus:

Vielleicht erhoffen sich Visionäre in Zukunft einfach nur die vollen Flasche unter den Reben ernten zu können? Bisher sind sie leer.

Gustav und ich brauchen dringend eine Pause, auch wenn das entsprechend attraktive Bänklein erst kurz danach auftauen wird.

 

 

 

 

Themenwechsel: ich komme an der Gedenkstätte des KZs Osthofen vorbei und meine Gedanken wandern betroffen zu den Opfern der Gräueltaten.
Dann wieder zurück in die Gegenwart: die Weindörfer (Mettenheim, Alsheim, Guntersblum) werden immer attraktiver, während die Zahl der erwanderten Kilometer langsam ansteigt.

Heute gibt es mal keinen Rhein, kein Waldbaden, dafür aber Weinberg-Hopping:
Nach langer Wanderung komme ich dann endlich in Oppenheim an, dem Tipp meiner Schulfreundin folgend. Zunächst bin ich hin und weg vom Alten Amtsgericht, dem Hotel, das mein lieber Mann für mich gefunden hat:
 

     
Sogar für Gustav gibts ein Bettchen:
 
Nach kurzer Pause breche ich zum Sightseeing und Abendessen auf.
 


Zufrieden dann am Ende des Tages noch ein Selfi vor dem  Hotelzimmer: wieder erfüllt von vielen Eindrücken ohne die Erinnerung an körperliche Beschwerden wie gestern, und das Handy zeigt 31 erwanderte Kilometer an. 🙂

 

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Eine Antwort auf Nach Oppenheim

  1. Ilona sagt:

    Liebe Frau Schaupp, tolle Berichte! Schön zu lesen, so nehmen Sie uns alle auf Ihrer Route 66 (tolle Idee mit dem Namen) mit! Ich hoffe, zwischen sind die Blasen verheilt (Blasenpflaster hilft Wunder) und der Rücken macht keine Probleme mehr! Ich wünsche Ihnen und Gutav 😎 weiterhin gutes und entspanntes Vorankommen. Ich glaube, die Frau, die keine Lehrerin mehr ist, lernt sich immer besser kennen. Ganz Liebe Grüße aus Locarno von Ilona C-L 🚴‍♀️🚴🏻

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