Nach Ludwigshafen

Meine Route 66: achter Tag

Es fällt mir schwer, Speyer zu verlassen, denn es hat mir hier recht gut gefallen. Ich frühstücke im Bäckerei-Café nebenan, und ziehe dann um kurz vor neun Uhr  los. Erst verlaufe ich mich noch ein wenig (vermutlich, damit ich noch ein touristisches Abschiedsbild aufnehmen kann).

Die Straße zieht sich wieder endlos langweilig dahin und ich freue mich über jede Abwechslung.
 
Nach dem Ruhetag zwickt mich Gustav auf einmal an den Schultern, vermutlich spielt er sich auf, weil er keine Konkurrenz mehr von den Blasen zu befürchten hat. Ich ertrage es geduldig, zumal heute der perfekte Wandertag ist: strahlender Sonnenschein ohne Hitze. Zum ersten Mal packe ich meine Sonnenbrille raus.
Ich laufe unter der A 61 durch und erinnere mich, wie oft wir früher auf dieser Autobahn als Familie unterwegs waren, auf dem Weg zur fernen Verwandtschaft.
Die Ortschaften Waldsee und Neuhofen verbergen ihren Charme vor mir, aber ich finde ein nettes Plätzchen für meine Mittagspause.

Dann folgt auch heute wieder das bisher tägliche Waldbaden. Am Ende des Waldes tut sich sogar eine „Tankstelle“ auf.

 Gestärkt trotte ich die letzten Kilometer nach Ludwigshafen, wo ich um drei Uhr das Hotel erreiche. Nach einer gebührenden Pause breche ich zur Sightseeingtour nach Mannheim auf.
Die Autobahnbrücke im Hintergrund löst wieder die alten A 61-Erinnerungen aus.




Aus dieser Perspektive sieht mein Hotel eigentlich ganz ansehnlich aus, obwohl es schon bessere Zeiten hinter sich hat. Im Aufzug fürchte ich zunächst, dass ich in diese Zeiten zurück geführt werde, doch ich komme wohlbehalten im 10. Stock an, von dem aus ich weit runter schaue.

 

Am Ende des Tages falle ich wieder müde ins Bett und blicke auf einen weiteren erfüllten Tag zurück. Wieder bin ich ein Stück auf meinem Weg weiter gekommen, wieder durfte ich viele Eindrücke sammeln, von denen ich erzählen kann. „Es ist schön, dass wir gebabbelt haben, da fängt der Tag viel besser an!“, sagte mir ein Mann heute morgen beim Frühstück, nachdem er von meiner Reise gehört hatte.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.