Nach Lorch über Bingen

Meine Route 66: sechzehnter Tag

Als Als ich am Morgen vor die Türe gehe, ist es mir zum ersten Mal kalt an den Knöcheln. Meine Laune ist leicht gedämpft und ich überlege, ob ich meinen ursprünglichen Plan mit Bingen aufgeben soll um direkt nach Lorch zu laufen, denn Konrad hat auf der linken Rheinseite keine geschickte Übernachtungsmöglichkeit für mich gefunden. Aber ich bleibe standhaft und laufe zur Fähre. Auf dem Wasser zeigt sich mystische Stimmung, die mich ergreift, und der Anflug von schlechter Laune ist wie weggeblasen. Ingelheim empfängt mich eher unaufgeräumt, während Oestrich-Winkel sich ganz romantisch von mir zu verabschieden scheint.


 
Ich laufe mal wieder auf dem Damm. Heute ist Herbststimmung zu spüren, genauso wie in den Rheinauen, eigentlich auch schön, wenngleich ich die Umstellung immer nicht so mag.
Als ich wieder am Rhein bin, sehe ich malerische Flusslandschaft, denn die Sonne kommt jetzt wider Erwarten doch hervor. Ich laufe in einem Natur- und Vogelschutzgebiet, der Rhein wird meist durch verschiedene Inseln von der Fahrrinne abgeteilt.
 
 

Fluss, Bäume und Weg wechseln sich ab.
 
Und dann sehe ich diese Ruine im Wasser. Diese Brückenreste erinnern mich wieder an die zerstörerische Gewalt des zweiten Weltkrieges. Auch an Land liegen noch Reste herum.
 
 
Ich empfinde den heutigen Wandertag als sehr angenehm. Es ist weder warm noch kalt. Die Sonne strahlt immer wieder aus den Wolken heraus und ich laufe ganz ohne Beschwerden und Zipperlein. Nur am Ende zieht sich der Weg wie immer.
Als ich in Bingen bin, steige ich hoch zur Rochuskapelle und sehe den Rhein von oben. Dann laufe ich an der Promenade entlang bis ich dem Mäuseturm recht nahe komme.
   
Auf dem Weg zur Fähre in der übernächsten Ortschaft bietet sich mir noch einige Abwechslung.
.     
Wieder geht ein schöner Tag zu Ende. Ich übernachte in Lorch in einem gemütlichen Gästehaus und esse noch eine leckere Ofenkartoffel, bevor ich müde und zufrieden im Bett auf den Tag zurück blicke.
 

 

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten auf Nach Lorch über Bingen

  1. Karlheinz Schaupp sagt:

    Hallo und Grüß Gott liebe Barbara,
    deinen spannenden Weg verfolge ich von Anfang und bin immer begeistert von deiner großen Leistung.
    Kann da als Jakobspilger sehr gut mitfühlen aber alleine hätte ich mir das nicht zugetraut.
    Mir täte auch die Gemeinschaft fehlen, aber so Pilger halt jeder anders.
    Weiterhin einen guten Weg und immer wanderbares Wetter.
    Grüßle vom Birenbacher Kirchlesfeld.
    K.-H.

  2. Gabi sagt:

    Liebe Barbara, nach den schönen Rheinbildern würde ich am liebsten auch gleich loswandern. Ich juble innerlich, dass das Schöne so nah liegt. Und singst du auch: „Warum ist es am Rhein so schön?“ ?? Genieße den perfekten Tag heute, Liebe Grüße.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.